Europawahl 2009 Deutschland

Eines der wichtigsten politischen Ereignisse war im Jahr 2009 definitiv die Europawahl in Deutschland. Diese wurde am 7. Juni abgehalten und führte dazu, dass Deutschland 99 Sitze im Europäischen Parlament zugesprochen wurden. Neben den großen Parteien wie CSU, CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, Die Linke und der FDP zogen weitere 26 deutsche Parteien in das Europäische Parlament ein.

Die Europawahl 2009 in Deutschland wurde von vielen politisch versierten Bürgern als Testphase für die kommende Bundestagswahl angesehen. So konnten die verschiedenen Parteien ausloten, ob ihre Wahlprogramme und Versprechen bei den Wählern ankommen. Jedoch war es erstaunlich, dass sich das Interesse der Medien in Grenzen hielt. Die Wahl des Bundespräsidenten hingegen, die im Mai stattfand, erfreute sich einem gehobenerem Interesse. Der Wahlkampf beziehungsweise die Programme der deutschen Partien fiel auch unspektakulärer aus als im europäischen Ausland. Lediglich die SPD sorgte vereinzelt für Schlagzeilen, als sie Konkurrenzparteien auf diversen Wahlbannern negativ thematisierte.

Das angewendete Wahlsystem entsprach den Standards des Europawahlgesetzes. Dieses ähnelt in den meisten Punkten mit dem deutschen Bundeswahlgesetz. Die Sitzverteilung im Europäischen Parlament ist direkt proportional mit den erhaltenen Stimmen der jeweiligen Partei. Um einen Sitz im Europäischen Parlament zu erhalten, wurde vorausgesetzt, dass eine Partei die 5 Prozent Hürde knackt.

Zu den Wahlberechtigten zählten EU-Bürger, die zum Zeitpunkt der Europawahl 2009 in Deutschland das Volljährigkeitsalter erreicht hatten. Auch EU Ausländer, die in Deutschland leben, waren wahlberechtigt. Jedoch mussten diese sich im Vorfeld ins Wahlregister eintragen lassen.

Wie bei jeder Wahl gab es auch bei der Europawahl so genannte Spitzenkandidaten. Für die CDU kandidierte Hans-Gert Pöttering, für die SPD Martin Schulz, für die FDP Silvana Koch-Mehrin und Rebecca Harms ging für die Grünen ins Rennen.

Das Desinteresse der Öffentlichkeit wiederspiegelte sich auch im amtlichen Ergebnis. Lediglich 43,0 Prozent der Bundesbürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Als Gewinner ging die CDU aus dem Rennen um die Sitze im EU Parlament. Sie erhielt 30,7 Prozent der Stimmen und sicherte sich 34 Sitze im EU Parlament. Knapp 10 Prozent dahinter befand sich die SPD, welche 23 Sitze zugesprochen bekam. Der dritte Platz ging an die Grünen, welche mit 12 Prozent und 14 Sitzen an der FDP vorbeizogen.